03.01.2008

Frohes Neues Jahr!

Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen und wünsche euch alles Gute für 2008!

Tja also, ich habe Silvester und Neujahr dieses mal nicht bei Minusgraden verbracht, sondern zum ersten Mal in meinem Leben bei Außentemperaturen, die T-Shirts und Röcke zuließen. In Sao Paulo nämlich, bei flauschig warmen 35°C tagsüber und netten 28°C abends.

Aber von Anfang an. Bei der Ankunft herrschte ein Gewitter über Sao Paulo, so dass wir noch ein bisschen länger oben bleiben musste. Beim Landeanflug sah man zwar noch Blitze, aber wohl nur weit weg, sonst wären wir ja nicht gelandet. Alles in allem waren wir etwa 1 Stunde zu spät. Gegen ziemlich spät oder so, waren wir im Hotel, dann ging es ganz fix noch in die Bar im Hotel, wo wir - wie sich das für Sao Paulo gehört - Caipis tranken. Um 2 Uhr war ich dann im Bett und freute mich auf 3 Stunden Schlaf! Genau, 3 Stunden. Denn morgens wartete DAS Highlight dieses Umlaufes auf mich. Ach, vielleicht das Highlight meiner bisherigen Flugbegleiter-Karriere. Der Regenwald! Jep, ich war im Regenwald! Das finde ich auch jetzt noch ganz aufregend, Um 6 Uhr früh wurden wir (2 Kolleginnen mit Anhang und ich) von Erika, einer deutschen Reiseführerin, mit ihrem Mercedes Sprinter abgeholt. Dann folgte eine etwa 4stündige Fahrt, mit einer Unterbrechung zum Frühstück. Um 10 Uhr waren wir an unserem Ziel, ein kleines Resort im Regenwald. Theoretisch hätten wir dort übernachten können, aber über Silvester war das natürlich ausgebucht. Naja, wir bekamen unsere Gummistiefel und einen Bambusstock (den wir auch brauchten) und los ging es, rein in den Urwald. Zu den wilden Tieren. Die sahen wir jedoch nicht. Naja, ein paar Frösche, eine Papageienfeder und ungefähr 839259 Millionen Mosquitos und Bremsen haben wir getroffen. Und Spinnen halt. Überraschenderweise habe ich nur 4 Stiche abbekommen. Wir liefen also so 5 Stunden durch den Regenwald. Erst zu einem Wasserfall, wo wir Lunch gegessen haben und dann zu einem anderen Wasserfall, wo wir schwimmen kommen. Das tat ganz gut bei 35° oder so und einer Luftfeuchtigkeit von etwa 832% Luftfeuchtigkeit. Es ging bei der Wanderung wirklich raus und runter und durch kleine Bäche/Flüsse (daher die Gummistiefel, die nur leider nicht dicht waren ;o) ). Es war phantastisch. Allerdings auch mordsmäßig anstrengend. Ich meine 5 Stunden bei dieser Hitze. Naja, es ging ja gut und zurück am Resort gab es viiiieeeeel Wasser und den ein oder anderen Caipi. Dann noch ein paar Runden im Pool und zurück zum Hotel. 4 Stunden Autofahrt, unterbrochen von einem Dinnerstop bei einem brasilanischen Fastfood Restaurant. Wobei Fast dabei extrem übertrieben ist. Aber wahrscheinlich mussten die Burger erst noch geerntet werden. Man weiss es nicht, man weiss es nicht. Es war auf jeden Fall lecker, auch wenn 4 Burger, 5 Portionen Pommes, 20 Chicken Wings und eine Portion Pommes mit Käse überbacken definitiv viel zu viel für 3 Portionen ist. Aber keiner von uns 3en sprach portugiesisch und es gab da dieses kleine Missverständnis beim Bestellen. Naja, 4 der Burger landeten im Müll im Hotel und die Pommes waren pfui, also war es doch eine normale Portion. ;o)

Der nächste Tag begann mit einem Frühstück am Pool und dann haben wir eine Stadtführung durch Sao Paulo gemacht. Erika hat uns wieder abgeholt und los ging es: 4 Stunden Sao Paulo, ohne die schützenden Bäume des Regenwaldes. In Sao Paulo war an diesem Tag vieles geschlossen und es war außerdem der Sao Paulo Marathon. Gut, wie man bei gefühlten 73°C laufen kann ist mir ein Rätsel, aber bitte, wer nichts anderes zu tun hat. Sao Paulo ist groß (17,9 Mio Einwohner) und interessant. Zerfallende leerstehende Häuser wechseln sich ab mit Prestigebauten (die zum Teil auch leer stehen). Stadtplanung gibt es dort nicht so richtig. Wer am meisten an die Baubehörde zahlt, der baut halt. So einfach. Die Armut ist offensichtlich, wenn auch nicht so sehr wie in Delhi. Wir wurden das ein oder andere Mal von etwas zwielichtigen Personen verfolgt. in Sao Paulo ist es halt so: so wenig wertvolles wie Möglich mitnehmen, Geld so am Körperverteilen, dass ein Bündel (umgerechnet so etwa 10 Euro) imer sofort zu erreichen ist, dass man es bei einem Überfall SOFORT zur Hand hat. Überfälle sind in Sao Paulo oft und die Täter sind sehr gewaltbereit und meistens bewaffnet. Held spielen und das Geld nicht rausrücken kann tötlich sein. Wie unser PII sagte: "50 Euro weg, tut nicht weh, ein Messer schon." Uns ist nichts passiert, aber wie gesagt, verfolgt wurden wir trotzdem.

Und dann war es Zeit zurück ins Hotel zu gehen und sich fertig zu machen. Der PII hatte einen Tisch in einem Restaurant serviert. Hierbei gab es ein Buffet und die Keller hatten Fleischspieße von denen sie verschiedene FLeischsorten direkt auf unsere Teller schnitten. Lecker Fleisch. Gutes Fleisch. Yumm Yumm. Dazu gab es - wie sollte es anders sein - Caipis. Viele Caipis. Eine Caipi-Flatrate hatten wir. Nochmal Yumm Yumm!

Danach sind einige in die Stadt gefahren. Mir war nicht nach einer vollen Party Meile und auch nicht nach ausgeraubt werden. Nein nein. Also bin ich mit ein paar anderen zum Hotel zurück gefahren. Wir haben dann am Pool gesessen und äääähm ja, Caipis getrunken. Dann war es auf einmal 2008 und wir waren gut ins neue Jahr gekommen.

Der nächste Tag war dann natürlich Caipi-los, denn es stand unser Rückflug an. Pick up war gegen 20 Uhr, daher gab es einen schönen Tag am Pool (ohne Caipis ;o) und Room Service zum Mittag. Dann noch eine Mütze schlaf und dann ab zum Flughafen. Wir hatten einen Aircraft change, sind mit dem 300er (dem Kleinen) und nicht mit dem 600er (dem Großen) zurück geflogen, daher waren wir weniger Personal (Kollegen wurden schon vorher dead head zurück geschickt ---> kein Neujahr in Sao Paulo) und der Flieger war in der Eco ausgebucht. Wir waren also hinten am rotieren. Vorne ging es. Aber ich habe ja in der Eco gearbeitet. War aber ein guter Flug

Und nun bin ich wieder in Freising. Hier ist es ziemlich kalt. Aber ich komme schon klar. Gibt ja Jacken und Schals und Handschuhe. Alles nicht so schlimm. Meiner nächster Flug ist am Dienstag nach Newark. Das erste Mal USA. Ich hab Angst. Aber auch das schaffe ich...

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