Jep, ich habe lange nicht mehr geschrieben, ich war aber auch ein wenig unterwegs immer mal wieder. Für alle, die ich über Weihnachten nicht gesehen habe: Das Fliegen macht immer noch Spaß! Und der Spaß fängt ja auch erst richtig an, denn Ende Januar geht es auf die Kurzstrecke!
Nun aber ein kleiner Dezember Rückblick! Der Dezember brauchte mir nette Umläufe, ziemlich wenig, aber nett. Bis zum 1. Dezember war ich in Shanghai, dann in Seoul (mal wieder) und als kleines Geburtstagsgeschenk ging es nach Hong Kong. Und genau dort fange ich mal an zu erzählen.
Hong Kong ist ein Nachtflug. Ich mag Nachtflüge, denn da schlafen die Passagiere. Wir waren komplett ausgebucht, das versprach viel Arbeit. Aber naja, dafür sind wir ja da. Genau, Nachtflug. Das bedeutet spätes Briefing und das bedeutete, dass ich Mittags noch nett mit meiner Tante brunchen gehen konnte, bevor ich zum Flughafen musste. Am Flughafen angekommen das bekannte Spiel: Einchecken, Fluginformationen durcken (und lesen!), etwas futtern, Briefing, Sicherheitskontrolle, Crewbusfahrt mit kurzem Telefongespräch ("Ja, gleich geht es los. Hmmm, ich melde mich wenn ich wieder da bin. Ja, danke, wird ein guter Flug werden."), Sicherheitscheck an Bord, Boarding. Dann war irgendwann das Boarding completed und die Türen waren schon "in flight", sprich, wir waren fertig, rollten zurück. Stopp. Warten. (Wie war das? Stewardess kommt von Stehen, warten, essen?) "Cabin attendants, all doors in park!" Fragezeichen auf unseren Gesichtern, aber Befehl ist Befehl. Türen "in park". Warten. Hübsch. Naja, nach einer Ewigkeit - es könnten auch so 1 1/2 Minuten gewesen sein - kam unsere PII um uns aufzuklären. Technische Problem, es kann etwas dauern, daher die Türen "in park". Zur Sicherheit, nicht, dass wir noch eine Rutsch abschießen. Kostet die Firma viel Geld und bedeutet eine Einladung zu Kaffee (ohne Kekse) bei der Area-Leitung. Und das will man ja nicht. Kurz darauf meldete sich unser Kapitän mit einer Erklärung. Irgendwas mit den Stoßdämpfern war nicht okay. Sie basteln dran. Alles wird gut. Dauert nur so 5 bis 10 Minuten. Naja, dauerte es nicht. Die Passagiere wurde etwas unruhig (wäre ich auch) und wollten was trinken. Damit nicht jeder einzeln zu uns kommt oder jeder den Call Button drückt, bereiten wir brav Safttabletts vor. Ist auch gut so, denn wir bekommen die Info, dass es möglich ist, dass das Problem nicht behoben werden kann und wir eventuell das Flugzeug wechseln müssen. Aber psssss, nicht den Passagieren sagen. Das macht dann der Kapitän: Sie versuchen, dass Problem zu lösen, aber ein Flugzeugwechsel könnte möglich sein, ein Ersatzflugzeug ist schon vor Ort, wird derzeit gereinigt und dann zu einer Position in der Nähe unseres Flugzeugs gebracht. Was ein Flugzeugwechsel bedeutet fragt ihr? Nunja: Crew muss ins neue Flugzeug, ebenso die Passagiere, die haben viel Gepäck (und noch mehr Handgepäck), und die Passagier wollen auch was essen. Also muss auch das Essen umgeladen werden. Das würde so alles in allem so ungefähr 2 Stunden dauern. Was weder wir noch die Passagiere zu diesem Zeitpunkt wussten: Dann wäre an diesem Tag keine mehr nach Hong Kong geflogen. Vorallem die Crew nicht, da wir dann unsere Flugdienstzeit überschritten hätten. Aber so wurde das Problem gelöst, wir starteten mit etwas über einer Stunde Verspätung gen Osten.
Inzwischen hatte es sich herumgesprochen, dass ich Geburtstag hatte und die Crew kam zum gratulieren, wenn es die Zeit zu ließ. Der Flug verlief normal, 3 Stunden Pause, alles gut. Landung auch gut. Und im Crewbus zum Hotel kam dann die PII und überreichte mir einen unglaublich süßen Lufthansa-Teddy und eine Geburtstagskarte. Im Hotel hatten wir dann Zeit, nämlcih 45 Minuten, bis es zum Abendessen ging. Schließlich sollte gefeiert werden. Yaaaay! Äääähm, wir waren also Thai essen, unglaublich lecker. Kapitän hat die Getränkerechnung übernommen, denn wir waren ja da zum Geburtstag feiern. Nach dem Essen teilte sich die Gruppe: Die Einen gingen zur Massage, die anderen ins Hotel und wieder andere (ich war "wieder andere") gingen zunächst in die Ice Bar! Wie cool war das denn mal, Leute?!? Ice Bar! Draußen 25°C, drinen so um die -10°C. Und lecker Wodka. Wir waren nur noch zu viert. SFO, FO, PI und ich. Nach 2 lecker Wodka in der Ice Bar gingen wir weiter in eine andere Bar. Lecker Cocktails trinken. Und danach ging es weiter in eine Kneipe mit dem bedeutsamen Namen "From Dusk til Dawn". Ääääähm ja. Genau. Die würden pleite gehen, wenn es keine Airliner dort gebe. Es war lustig, aber wir blieben nicht bis zum Dawn. Zumindest nicht ich, PI und SFO. FO blieb und kam zur Frühstückszeit zurück ins Hotel.
Am nächsten Tag waren wir dann Shoppen. Sind halt Mädels. Erst frühstücken, dann shoppen und dann noch etwas Kultur in Form eines Tempels. Und am Abend dann der Hammer! Die allabendliche Light Show! Dabei werden die Hochhäuser Hong Kongs nett angestrahlt, bzw sie leuchten. Das ganze wird mit klassischer Musik untermalt und da Hong Kong aus Inseln besteht von der anderen Uferseite betrachtet. Wahnsinn! Quasi 15 Minuten "awesomeness", anders kann man es nicht sagen. Danach ging es dann zum Mongolen essen. Wenn ihr mal die Gelegenheit habt mongolisch zu essen, dann tut es gefälligst! Sehr toll. Man stellt sich sein Futter selber zusammen, alles roh, und gibt es dann dem Koch. Der brät es und dann wird es einem serviert. Voll toll!
Und dann am nächsten Tag haben wir noch ein paar Besorgungen gemacht. Nach einem tollen Frühstück im Hotel. Picken war am späten Abend, das bedeutete, schlafen gehen am Nachmittag. Der Flug war normal, nicht ganz voll, aber gut besucht. 3 1/2 Stunden Pause. Landung um 5:05 Uhr morgens. Dann ging es nach Freising, und um 14:00 Uhr saß ich im Zug nach Braunschweig.
Äähm ja, das Leben in vollen Zügen genießen. Schonmal Weihnachten Zug gefahren? Tolles Erlebnis. Großes Kino! Und wo wir bei Kino sind: "Verwünscht" ist ein total süßer Film! Und seit heute gegen 17 Uhr hat Freising mich wieder. Die Bahnfahrt stand wieder unter dem Motto: "Das Leben in vollen Zügen genießen!", aber wenigstens waren wir pünktlich. Aber Leute mal ehrlich: "Senk ju for trevelling Deutsche Bahn"? Werden die Lokführer darauf geschult, dass die das alle gleich falsch aussprechen? Ist das ein Auswahlkriterium für den Job? Bitte, liebe GDL, nehmt doch in eure Forderungen im Tarifstreik auf, dass den Lokführern ein klitzekleiner Englischkurs spendiert wird. Was soll denn die Welt von uns denken???
In diesem Sinne: "Wie wisch ju e blessend tschörnie!"
Eure Julia
PS: Einen guten Rutsch ins Neue Jahr, ich für meinen Teil bin in Sao Paulo...
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